| Kohle und Atom machen Strom teuer |
| Politikfelder - Energie | |||
| Geschrieben von: Stefan Schwan | |||
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Habe ich meinen Stromanbieter etwa falsch verstanden? Gerade gestern flatterte ein Brief von meinem Ökostromanbieter in meinen Briefkasten: „Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass wir Ihren bisherigen Strompreis bis Dezember 2011 garantieren können. Damit beziehen Sie Ihren Strom zu den gewohnt günstigen Konditionen.“ Ich zahle im Moment 18,99 ct pro Kwh Ökostrom. Gleichzeitig geht heute durch die Nachrichten, dass der Strom wegen des Ökostromumlage im nächsten Jahr teuer wird. Das passt irgendwie doch nicht zusammen. Ist das Gerücht von der Strompreiserhöhung vielleicht nur eine gewaltige PR-Blase der großen Stromkonzerne? Bei genauerem Hinsehen erkennt man: Höhere Strompreise kündigen vor allem die vier großen Versorger an - kein Wunder, besteht deren Kraftwerkspark doch fast ausschließlich aus Kohle- und Atomkraftwerken. Kohlekraft wird demnächst noch kräftiger als bisher mit CO2-Steuern belastet. Die Bundesregierung will zudem die bisherigen CO2-Sonderbedingungen für einzelne Branchen streichen. Betreiber wie RWE gehören zu den größten CO2-Emmitenten europaweit, das wird also teuer. Und durch den Energiehunger in China steigt der Preis für den Rohstoff Kohle auch noch zusätzlich. 2014 fallen auf Druck der EU auch endlich die deutschen Kohlesubventionen weg, denn Deutschland ist das einzige Land in Europa, das immer noch Kohle subventioniert.. Auch für die Kernkraftwerke hat die Bundesregierung gerade erst die Brennelementesteuer beschlossen. In den nächsten 10 Jahren kommen so erhebliche Abgabenlasten aus der Brennelementesteuer auf die Energieunternehmen zu. Hinzu kommen enorme Entsorgungs- und Rückbaukosten für alte Kraftwerke, denn weder für den Rückbau der Atomkraftwerke, die in den nächsten Jahren vom Netz gehen, noch für die Entsorgung des Kraftwerksmülls haben die Versorger bisher ausreichend Rückstellungen gebildet. Bisher hat der Steuerzahler einen Großteil dieser Kosten übernommen, damit scheint es aber auch unter schwarz-gelb endlich vorbei zu sein. Die Milliardensubventionen, die in den letzen Jahren in Kohle und Atom geflossen sind, übertreffen die für die Erneuerbaren Energien übrigens um eine Vielfaches. Stromanbieter ohne Kohle- und Kernkraftwerke können jetzt schon erheblich billiger anbieten, denn einmal installiert produzieren Solarmodule und Windkraftanlagen den Strom sozusagen fast umsonst - und das teilweise über Jahrzehnte. Dass das die großen Kraftwerksbetreiber ärgert, ich nur zu verständlich, denn ihr Strom ist bei Bereinigung aller Kosten erheblich teurer. Ja, richtig, die Ökostromumlage für die Solarstromeinspeisung ist hoch, vielleicht sogar zu hoch. Aber Solarstrom spielt im deutschen Strommarkt nach wie vor eine sehr untergeordnete Rolle. Strom aus Wind und Wasser ist hingegen auch völlig ohne Erneuerbare Energien Gesetz häufig jetzt schon billiger als der aus Kohle und Atom. Mit der Schelte auf den Solarstrom wollen die Kohle- und Atomstromproduzenten vor allem eins: von den eigenen erheblichen Kostensteigerungen bei Kohle und Atom ablenken. Es liegt an jedem selbst, ob er teueren oder billigen Strom bezieht. Ich zahle schon jetzt nur 18,99 Cent pro Kilowattstunde, Tendenz fallend, der Strom kommt ausschließlich aus Erneuerbaren Energien. Das sind im Schnitt 5-6 Cent weniger als bei den vier großen Versorgern. Mein Strom kommt übrigens zuverlässig wie bisher aus der Steckdose. Leserbrief zu „Öko-Umlage macht Strom deutlich teurer“, WV vom 15.10.2010 und „Solarenenergie macht Strom deutlich teuerer“ sowie Kommentar „Steigende Energiepreise“ in der NW vom 15.10.2010 Jetzt direkt zum Stromanbietervergleich und überprüfen, wie viel billiger Ökostrom gegenüber dem Paderborner Grundversorger ist.
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| Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 17. Oktober 2010 um 10:14 Uhr |




