Bessere Spielplätze in Paderborn
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Politikfelder - Kommunal
Geschrieben von: Stefan Schwan   
Zahlreiche Spielplätze der Paderborner Streichliste haben sich die Grünen nun inzwischen angesehen. Darunter sind in der Tat einige verwahrloste, auf die Eltern ihre Kinder sicherlich nicht zum Spielen schicken möchten. Man könnte unterstellen man sei hier der Devise ge-folgt: „Erst mal verrotten lassen und dann wegen schlechten Zustands schließen“. Dann gibt es in der Streichliste aber auch Spielplätze, die noch in einem vertretbaren Zustand sind, auf denen aber trotzdem kaum ein Kind spielt. Solche Spielplätze kennt jeder in seiner Nähe: Ein paar lieblos hingepflanzte Metallgeräte, wohlmöglich keine einzige Schaukel und auch an-sonsten nur wenig attraktives Spielgerät. Der Spielplatz mag dann zwar adrett aussehen, spielen möchte darauf aber auch kein Kind. Dann finden sich auf der Streichliste auch kom-plett neue und gerade erst eröffnete Spielplätze sowie andere Spielplätze, die sich in sehr gutem Zustand befinden und durchaus attraktiv aussehen. Diese nun zu schließen ist eine Steuerverschwendung sondergleichen. Unter anderem hat die Verwaltung die Kinderdichte in der Umgebung von Spielplätzen als ein Kriterium für deren Wichtigkeit herangezogen. Für welche Altersgruppe sind die Spielgeräte, liegt der Platz in der Sonne oder im Schatten, tref-fe ich Freunde dort, sieht der Platz nicht verwahrlost aus, ist das Umfeld OK, das sind einige der entscheidenden Kriterien. Wo wir schon bei den Zahlen sind: Es gibt in der Liste auch Spielplätze, die gar keine sind. Aber diese  Zahlen sagen ganz offensichtlich sehr wenig über die Attraktivität eines Spielplatzes aus. So werden anscheinend einige Freiflächen, die als Spielplätze kaum (noch) erkennbar sind, in der Statistik nur noch „mitgeschleppt“, um das schlechte Image in Punkto Spielplätzen etwas aufzupolieren. Auch mit zahlreichen „Bolzplät-zen“, die zu Spielplätzen deklariert werden, wird die Spielplatzstatistik rein flächenmäßig or-dentlich „aufgeblasen“. Dringende Bedarfe für Spielplätze werden hingegen an anderer Stel-le gesehen, z.B. in reinen Einfamilienhausgebieten mit großen Gärten, in denen in jedem zweiten Garten ein privates Spielgerät steht auf dem Kinder spielen. Damit sind wir bei ei-nem der Hauptfehler der vorliegenden Planung: Spielplatzbedarf wird vor allem „errechnet“, oft am Bedarf vorbei. Wohnquartiere verändern sich schnell und damit auch die Zahl der dort wohnenden Kinder. Innerhalb von 10 Jahren  kann ein ehemals kinderreicher Stadtteil lang-sam vergreisen. Umgekehrt verjüngen sich einst überalterte Stadtteile wie z.B. die Pader-borner Innenstadt oder die Südstadt binnen weniger Jahre. Frevelhaft ist es da geradezu, in Stadtteilen mit derzeit wenigen Kindern für den schnellen Euro Spielplatzflächen komplett aufzugeben und als Bauland zu verkaufen. Schon in wenigen Jahren könnte man sie wieder dringend brauchen. Kein Zweifel, es lassen sich hier und da Spielflächen vorübergehend stilllegen. Bei den verbleibenden muss die Qualität stimmen. Die vorliegende Spielplatzpla-nung offenbart aber vor allem eines: Beim Thema Spielplätze gibt es in Paderborn noch sehr viel zu tun. Familienfreundlich sind wohnortnahe Spielplätze und nicht irgendwelche Wolken-kuckucksheime mit Kiosk und Toilette. Die dauerhafte Schließung von Spielplätzen ist das völlig falsche Signal für eine selbsternannt kinderfreundliche Stadt.
 

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